Klinische Schwerpunkte

Ich bin Facharzt für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf-und Halschirurgie. Somit behandle ich alle Krankheitsbilder und Symptome die das Ohr, die Nase und Nasennebenhöhlen betreffen. Erkrankungen der Mundhöhle, des Rachens und Kehlkopfes, der Schilddrüse und Speicheldrüsen komplettieren das Fach HNO und stellen meinen klinischen Schwerpunkt dar.

Mutter-Kind Pass Untersuchungen führe ich ebenfalls in meiner Wahlarztordination durch.

Ich biete auch Hausbesuche für alle Patienten an, die aus unterschiedlichsten Gründen meine Ordination nicht aufsuchen können.

Angebot

Alle Untersuchungen zur Abklärung von Knoten oder Schwellungen im Hals- und Gesichtsbereich werden an einem Termin, den Sie innerhalb einer Woche erhalten, schnell und unkompliziert durchgeführt.

•  Endoskopische Untersuchung des gesamten HNO Bereiches mit Oberflächen-Anästhesie

•  Abklärung von Schwellungen im Gesichts-Halsbereich: Diagnostik/Therapie von Speicheldrüsen 

•  Schilddrüse: Diagnostik und operative Behandlung von Schilddrüsenknoten

•  Abklärung entzündliche/nicht-entzündliche Erkrankungen der Nase, Mundhöhle und Kehlkopfes 

•  Abklärung von Hauttumoren im Gesicht: operative Entfernung unter örtlicher Betäubung

•  Stationäre und ambulante operative Eingriffe

•  Krebsvorsorge und Beratung

•  Mutter-Kind-Pass Untersuchung

•  Hausbesuche an Wochen-, und Wochenendtagen

•  Nachtordination

Heiserkeit

Heiserkeit ist definiert durch eine raue, unreine oder belegte Stimme. Wenn die Stimme völlig ausbleibt spricht man von einer Aphonie. 

Die Ursachen von Heiserkeit sind virale oder bakterielle Entzündungen, Überbeanspruchungen bei Sprechberufen (Lehrer, Sängern), chemische Reize (Zigarettenrauch), Stimmlippenlähmungen (nach Operationen oder durch Tumoren in der Lunge, Schilddrüse oder Mediastinum), Tumoren der Stimmlippen (papillome oder Karzinome). 

Wichtig ist zu wissen, dass eine bestehende Heiserkeit länger als 3 Wochen unbedingt durch einen HNO Arzt abgeklärt werden muss!

Schluckstörung


Wir unterscheiden generell zwei Arten der Schluckbeeinträchtigung

1) Globusgefühl:

Das Globusgefühl stellt eine nahrungsunabhängige Missempfindung während des Schluckens im Hals dar. Genauer gesagt, empfinden Patienten ein Fremdkörpergefühl wie zum Beispiel, Kratzen, Trockenheit, Verschleimung und Hüsteln. Die meisten Patienten beschreiben einen einen Kloß („Frosch“)  oder eine Enge im Hals, bei sonst ungestörtem Schluckakt.

Die Grund dafür ist meistens Stress-bedingt, seltener sind organische Ursachen, wie zum Bespiel Knoten in der Schilddrüse oder am Hals oder Reflux dafür verantwortlich.

2) Dysphagie:

Dysphagie kommt aus dem griechischen und bedeutet Schluckstörung. Am Schluckakt sind Zähne, Kauapparat, Mundhöhle, Rachen, Speiseröhre und Mageneingang beteiligt. Alle Erkrankungen, die die Funktion dieser Strukturen behindern können die Ursache für eine Dysphagie sein.

Patienten beschreiben vorallem ein Fremdkörpergefühl ohne oder mit Schmerzen (=Odynophagie), Würgen-, oder Hochwürgen beim Schlucken, Husten oder Unvermögen Nahrung aufzunehmen. Organische Ursachen sind Mundtrockenheit, Entzündungen und Tumoren der Mundhöhle, des Rachen und der Speiseröhre, Zahnprothesen oder Fehlbiss. Neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall, Demenz, ALS können ebenfalls zu einer Dysphagie führen. Psychogene Ursachen für eine Dysphagie stellen eine Ausschlussdiagnose. Das heisst, erst wenn alle organischen Ursachen nach besten Wissenstand ausgeschöpft sind, darf von einer psychogenen Ursache gesprochen werden.

Hauttumoren

Das Basalzellkarzinom oder auch besser als Basaliom bekannt ist ein sehr häufiger Hautkrebs, der besonders an Sonnenexponierten Stellen und hier im Gesicht vorkommt. Das Basaliom ist semimaligne - das heist es ist bösartig indem es das umliegende Gewebe zersetzt, bildet aber sehr selten Metastases.

Am häufigsten sind Patienten zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr betroffen. Dabei ist es erwiesen, dass übermässige Sonnenexposition einer der wichtigsten Risikofaktoren darstellt. Patienten mit heller Haut sowie mit genetischen Störungen (Xeroderma pigmentosum und Gorlin Syndrom) und Arsen Exposition haben ein erhöhtes Risiko ein Basaliom zu entwickeln.

Basaliome wachsen sehr langsam und sind dadurch charakteristisch dass die Wucherungen nicht abheilen, einen Randwall und am Rand sehr feine Blutgefäße aufweisen. 

Die Therapie der Wahl ist die vollständige Entfernung des Tumor mit einem Sicherheitsabstand in örtlicher Betäubung. Diese kleinen Eingriff führe ich in der Ordination durch. Die operative Nachsorge wird ebenfalls in der Ordination vorgenommen.


Plattenepithelkarzinome entstehen von den Oberflächenzellen der Haut oder er Mundschleimhaut und stellt nach dem Basaliom das zweithäufigste Karzinom der Haut dar. 

Ursache

Vorallem Sonnenlicht verursacht eine Schädigung der Haut und hoer besonders in der sogenannten H-Zone des Gesichts: Stirn-Nasenrücken-Oberlippe/Wangenbereich. Auch Personen nach Organtransplantation sind besonders gefährdet Plattenepithelkarzinome der Haut zu entwockeln. Der Grund dafür ist, dass deren Immunsystem zur Vorbeugung einer Organabstossung durch Immunsuppressiva gehemmt wird.

In jüngster Zeit konnte auch ein Zusammenhang zwischen humanen Papillomaviren und der Entstehung von PLattenepithelkarzinomen nachgewiesen werden.

Therapie

Als Standardtherapie gilt die vollständige Entfernung des Karzinoms mit einem Sicherheitsabstand von 5mm. Sollten benachbarte Lymphknoten befallen sein, muss eine vollständige Diagnostik mit Hilfe von CT/MR der Kopf-Hals Region, Endoskopie unter Vollnarkose durchgeführt werden. Anhand der Befunde wird dann die weitere Therapie besprochen und entschieden.


Das Merkelzellkarzinom ist ein seltener aber dafür ein lokal sehr aggressiver und bösartiger Hauttumor der sehr früh und rasch in die benachbarten Lymphknoten sich absiedelt. Besonders betroffen sind Patienten zwischen der 6.-7. Lebensdekade und die häufigste Lokalisation ist die Kopf-Hals Region.

Ursache 

Vor 3 Jahren wurde erstmals das sogenannte Merkelzell Karzinom Poliomvirus entdeckt und beschrieben. Zahlreiche Studien konnten einen direkten Zusammenhang zwischen der Infektion und der Tumorenstehung nachweisen. Ebenfalls ist die übermässige Sonnenexposition mitverantwortlich für die Enstehung vom Merkelzell Karzinom.

Diagnose

Klinisch imponiert der Tumor meist als eine rötliche, kugelige Raumforderung. Durch eine Probeentnahme und anschliessenden immunhistochemische Analyse durch den Pathologen kann die genaue Diagnose gestellt werden.

Therapie

Sollte die Verdachtsdiagnose eines Merkelzell Karzinoms bestätigt werden, so erfolgt von meiner Seite aus eine Überweisung  an die Universitätsklinik für HNO, AKH Wien. Dort wird in einem so genannten Tumorboard, welches durch klinische Onkologen, Radiologen, Strahlentherapeuten, Kieferchirurgen und Kopf-Halschirurgen gebildet wird, die weiteren therapeutischen Schritte diskutiert. Es erfolgt eine Therapieempfehlung seitens des Tumorboardes, welche dann gemeinsam mit dem betroffenen Patienten und Familienangehörigen besprochen und festgelegt wird.


Das maligne Melanom ist ein sehr bösartiger Hauttumor der Pigmentzellen. Durch die sehr rasche Absiedlung duch die Lymph und Blutgefäße ist die Sterberate leider sehr hoch. Die neuesten epidemiologischen Studien zeigen auch einen rasanten Anstieg der Erkrankung weltweit. 

Risikofaktoren

Sonnenexposition, hellhäutige, rothaarige Personen, hohe Zahl gewöhnlicher oder atypischer melanozytärer Naevi, familäre Vorbelastung, Immunsuppression, Sonnenbrände besonders in der Kindheit.

Diagnostik 

Die Selbstuntersuchung ist bei der Früherkennung vom melanom entscheidend. Dabei ist vorallem auf Juckreiz von Muttermalen, deren Vergrösserung und Veränderung der Farbe zu achten.

Auf folgende Regel, die sogenannte ABCD Regel ist zu achten:

  • A – Asymmetrie: nicht symmetrisch, beispielsweise nicht rund oder oval
  • B – Begrenzung: unregelmäßig oder unscharf
  • C – Color (Farbe): unterschiedlich starke Pigmentierung, Mehrfarbigkeit
  • D – Durchmesser: größer als 5 mm
  • E – Erhabenheit/Entwicklung: neu und in kurzer Zeit entstanden auf sonst flachem Grund

Schwellungen Hals - Gesicht

Akute Lymphknotenschwellung

Man spricht von einer akuten Lymphknotenentzündung wenn die Entzündung der Hals-Lymphknoten kürzer als 4 Wochen bestehen.

Häufig bleiben die Erreger unerkannt, wie zum Beispiel bei viralen oder bakteriellen Entzündungen. Dieses Erkrankungsbild kommt besonders häufig bei Kindern vor. In selteneren Fällen kann der Erreger nachgewiesen werden. Als Beispiel ist dabei zu nennen die Mononukleose (Epstein-Barr Virus); Tuberkulose (mycobakterium tuberculosis), Toxoplasmose (Toxoplasma gondii), Tularämie (Pasteurella tularensis), Katzenkratzkrankheit (Bartonella henselae und Afipia felis), Diphtherie, HIV-Infektion.

Als Diagnostik wird zu allererst die klinische Unetrsuchung herangezogen. Die Lymphknoten sind zumeist sehr schmerzhaft, teigig geschwollen und vorallem bei Kinern massiv vergrößert. Der Allgeminzustand ist vermindert und Kinder haben auch in den meisten Fällen Fieber. Wichitg dabei ist auch zu erfragen ob man kprzlich eine Reise in die Tropen, Asien oder Orient gemacht hat oder mit Tieren (Katzen, Nagern) in Kontakt war. Labortests für spezifische Antikörper, Ultraschall und ev. Punktion der Lymphknoten komplettieren dann die Diagnostik.

Die Therapie ist natürlich von der Ursache abhängig. Klinisch ist aber sehr wichtig zu erwähnen, dass man schon bei der Erstpräsentation des Patienten mit der Antibiotika Therapie beginnt und diese dann, wenn der Erregernachweis erbracht werden konnte, entsprechend adaptiert. 

Chronische Lymphknotenschwellung spricht man dann wenn die Lymphknotenschwellung länger als 4 Wochen besteht.

Die Ursachen liegen entweder in einer spezifische Lymphknotenentzündung wie oben angeführt, oder in einer Tumormetastasierung. Es muss bei jeder lang andauernden Lymphknotenentzündung eine Metastasierung eines bösartigen Tumors am Hals ausgeschlossen werden.

Klinisch sind diese Lyphknoten vergrößert, derb, fixiert und, zum Unterschied zu den akuten Lymphknotenentzündungen, kaum schmerzhaft. Manche Patienten berichten auch über sogenannte „B-Symptome“ wie Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust. Diese Symptome können ein Hinweis auf ein Lymphom darstellen. Besonders ist bei der HNO Untersuchung auf mögliche Raumforderungen zu achten. Es ist  unbedingt eine Endoskopie mit Hilfe eines flexiblen Endoskops durchzuführen. Darüberhinaus führe ich in der Ordination eine Feinnadelpunktion des Lymphknotens durch. Diese Punktion ist mit einer Blutabnahme vergleichbar. Als Bildgebung sollte ein Hals-Ultraschall, Kopf- und Hals-CT oder -MRT durchgeführt werden. 

Abhängig vom Gewebsbefund wird entweder die Diagnostik ausgeweitet oder eine Therapie eingeleitet.


Definition

Bei Zysten handelt es sich um eine in sich abgeschlossene Höhle im weichen Gewebe. Von einer Fistel spricht man, wenn von einer Zyste ein Gang nach aussen an die Haut führt. Unabhängig von der Lage der Zysten oder Fisteln am Hals, sowohl in der Mitte als auch an der Seite, werden diese Schwellungen zwischen de 5. und 30. Lebensjahr entdeckt. Diagnostisch ist eine genaue Krankengeschichte zu erheben und anschliessend, neben einem Hals-US, auch ein CT durchzuführen. Patienten berichten über Grössenzu-, und abnahmen die auf entzündliche Prozesse hinweisen. Patienten die neben einer Zyste eine Fistel aufweisen berichten über gehäuften und regelmässigen Flüssigkeitsaustritt. Darüberhinaus sind Zysten schmerzlose, teigig, manchmal prall elastische Schwellungen.

Laterale Halszysten und -fisteln

Sind seitlich am Hals lokalisiert und können von der Karotisgabel bis zum oberen Pol der Rachenmandel reichen. 

Mediane Halszysten und -fisteln

Sind in der Mitte, in der Höhe der Schilddrüse lokalisiert. 

Therapie

Die vollstängige und sorgfältige operative Entfernung der Zysten, aber insbesondere der Fisteln ist dringend erforderlich um das Wiederauftreten zu verhindern. Bei Patienten mit einer medianen Halszyste muss auch bis zu einem gewissen Teil auch das Zungebein entfernt werden. Dadurch entstehen keine Funktionseinschränkung beim Schlucken oder Sprechen. 


Definition

Veränderungen am Hals, wie zum Beispiel Schwellungen, können gutartiger aber auch bösartiger Natur sein. Zu den gutartigen Tumoren des Halses zählen Lipome (=Fettzelltumor), Paragangliome und Neurinome (beides Nervenzelltumore). 

Gutartige Tumoren

Gutartigen Tumoren am Hals kommen weit seltener vor als vergleichsweise bösartige Gewächse. Klinisch präsentieren sich gutartige Tumore als verschiebliche, nicht schmerzhafte und teigige Raumforderungen am Hals die seit längerer Zeit bestehen und daher tendenziell ein sehr langsames Wachstum aufweisen.

Bösartige Tumoren

Definition

Zu den bösartigen Tumoren der Kopf- und Halsregion zählen verschiedene Hauttumore und Metastasen von Schleimhaut Karzinomen ausgehend von den Lippen, der Nasenhaupt- und Nebenhöhlen, der Mundhöhle, des Rachens und Kehlkopfes sowie der Speicheldrüsen und der Schilddrüse.

Häufigkeit

Die weltweite, aber auch die österreichischen statistischen Daten zeigten in den letzten Jahren, dass Kopf-Halstumoren an sechster Stelle aller Tumorerkrankungen liegen. Weltweit erkranken jährlich 500.000 Patienten und in Österreich sind es ca 800 bis 1000 Neuerkrankungen jährlich.

Ursache

Alkhohol/Nikotinabusus:

Übermäßiger Konsum von Alkohol und Rauchen sind Hauptverantworlich für das Entstehen von Karzinomen des Kopf-Halsbereiches. In den letzten 10 Jahren haben zahlreiche Studien belegen können, daß das Humane papilloma virus (HPV) ein wichtiger Risikofaktor für die Krebsentstehung, vorallem von Rachenkarzinomen darstellt.

Reflux:

Durch unseren Lebensstil aber auch durch unsere Umwelt hat die Anzahl von Patienten die an der Refluxkrankheit (Magensaft steigt hoch) in den letzten Jahrzehnetn dramatisch zugenommen. Auch hier konnten Studien einen diskreten Zusammenhang zwischen Sodbrennen und der Entstehung von Kehlkopfkrebs aufzeigen. 

Berufsexposition:

Metall-, (Chrom, Nickel), Leders-, und Holzstaub  als Risiko- faktoren für die Entstehung von Karzinomen der Nase und Nasennebenhöhlen, insbesondere des Adenokarzinoms vom „intestinalen Typ“ des Ethmoids seit längerem bekannt. 

Arten von bösartigen Tumoren:

Das sogenannte Plattenepithelkarzinom kommt in mehr als 90% aller Tumorpatienten vor. Seltener sind Tumoren der kleinen und großen Speicheldrüsen, Melanome, Lymphome oder Sarkome.

Folgende Punkte sind wichtig für den behandelnden Arzt zu wissen...

-) wie hoch ist der Zigaretten Konsum (Anzahl der Zigaretten pro Tag)

-) Alkoholeinnahme, Sonnenexposition, familiäre Krebsbelastung

-) Schmerzen im Mundbereich, Schluckstörungen, Mundgeruch, Mundöffnungsstörung

-) Heiserkeit bestehend länger als 3 Wochen

-) Länger bestehende Nasenatmungsbehinderung (besonde einseitig)

-) wiederkehrendes Nasenbluten, übel riechender Nasenausfluss 

-) einseitiger Ohrschmerz, Mittelohrentzündung mehrere Monaten bestehend mit Hörminderung

-) Schwellungen aller Art am Hals länger als 3 Wochen bestehend

Erste Diagnostik in den Ordination:

Die Feinnadelaspirationsbiopsie  (FNAB):

Neben dem ärztlichen Gespräch und der klinischen HNO Untersuchung ist die FNAB ein weitere sehr unkomplizierte, sichere und kaum schmerzhafte Technik. Die FNAB ermöglicht eine Entnahme von Zellen aus einer Raumforderung am Hals. Dabei verwende ich die gleiche dünne Nadel wie bei der gewöhnlichen Blutabnahme. Dieser Vorgang dauert etwa 1 Minute und ist in der Regel nicht schmerzhaft.

Wichtig für alle Patienten ist zu wissen, dass eine Woche vor einer geplanten FNAB keine gerinnungshemmenden Medikamente, wie z.B. Thrombo-Ass, eingenommen werden dürfen.

Abhängig vom Befund wird eine weitere Diagnostik mit Hilfe von Ultraschall, CT/MR oder Endoskopie in Kurznarkose durchgeführt.

Schilddrüsen Erkrankungen


Allgemeines

Die Schilddrüse, lateinisch auch Glandula thyroidea genannt, ist für die Produktion der Schildrüsenhormone T3, T4 und Kalzitonin zuständig. Das Hormon ist für die menschliche Entwickung, Stoffwechsel und das Wachstum lebensnotwendig.

Lage

Die Schilddrüse befindet sich genau in der Mitte des Halses, einen Querfinger unterhalb des Adamsapfels und umarmt die Luftröhre. Die Form der Schilddrüse gleicht am ehesten einem Schmetterling. Die Schilddrüse ist weich, sehr gut durchblutet und ist bei gesunden Patienten kaum tastbar. 

Funktion

Die Schilddrüse bildet, neben den zwei Hormonen T3 und T4, noch das Kalzitonin. Da T3 und T4 iodhaltig sind, muss Iod aus der Nahrung zugeführt werden. Wenn zu wenig Iod aufgenommen werden kann, entsteht eine vergrößerte Schilddrüse (mit oder ohne Knotenbildung), um diesen Mangel zu kompensieren.

Die Schilddrüse selbst wird vom sogenannten Thyroid-stimulierendem Hormon (=TSH), welches in der Hirnanhangsdrüse (=Hypophyse) reguliert. Ist zu wenig Schilddrüsenhormon im Blutkreislauf, wird vermehrt TSH ausgeschüttet und somit wieder die Hormonproduktion in der Schilddrüse angekurbelt. Steigt der Hormonspiegel im Blut wird die Produktion von TSH wieder gehemmt und somit auch die T3 und T4 Produktion.

Der Mensch braucht das Schilddrüsenhormon zur Regulation des Energiehaushaltes, des Stoffwechsels und körperlichen Entwicklung. Bei Kindern wird durch das Schilddrüsenhormon die Entwicklung des Nervensystems, der Muskulatur und des Herz-Kreislaufsystems gesteuert.

Die C-Zellen in der Schilddrüse produzieren das Kalzitonin. Die Funktion dieses Hormons liegt darin, den erhöhten Kalziumspiegel aus dem Blut zu senken und somit den Kalzium-Haushalt zu regulieren.

Klinische Untersuchung

Die vollständige HNO Untersuchung mit flexibler Endoskopie des Larynx und der Stimmlippen sind unabdingbar. Die flexible Endoskopie führe ich routinemässig bei jeden Patienten in der Ordination durch. Auf Wunsch kann die Endoskopie auch unter Oberflächenvereisung durchgeführt werden.

Die Beweglichkeit der Stimmlippen lässt eine Vorraussage über die Natur des Knoten zu: ist die Beweglichkeit der Stimmlippen geschwächt oder gar nicht mehr vorhanden so muss mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit mit einem bösartigen Prozess in der Schilddrüse gerechnet werden.

Als weiterer Schritt wird der Hals auf mögliche Schwellungen untersucht. Die Schilddrüse kann am besten während der Patient schluckt getastet werden. Kleine Knoten bis zu einer Größe von 2cm können kaum gefühlt werden, wogegen ausgeprägte Strumen sichtbar sind.

Blutuntersuchungen

Um die Funktion der Schilddrüse zu erfassen, ist eine Blutabnahme und die Bestimmung von TSH, Kalzitonin, T3 und T4 wichtig. Somit kann ein erhöhtes TSH auf eine Schilddrüsen Unterfunktion, hingegen ein erniedrigtes TSH auf eine Überfunktion Hinweise geben.

Kalzitonin sollte im Rahmen der Schilddrüsenblutunterscuhung mit bestimmt werden. Sollte in seltenen Fällen das Kalzitonin erhöht sein, muss ein sogenannter Pentagastrin Stimulations Test durchgeführt werden. Sollte auch hier ein erhöhter spiegle nachzuweisen sein, muss an ein Vorhandensein eines Medullären Schilddrüsen Karzinoms gedacht werden. 

Um die Funktion der Nebenschilddrüsen zu bestimmen, ist die Abnahme von Kalzium im Blut sehr wichtig. Zeigt sich ein erhöhter Kalzium-Spiegel, so liegt mit einer sehr hoher Wahrscheinlihckleit eine Nebenschilddrüsenüberfunktion vor. 

Ultraschalluntersuchungen

Die Ultraschall Untersuchung ist die wichtigste bildgebenden Diagnostik bei Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen. Damit kann nicht nur die Größe, sondern auch die Struktur der Schilddrüse bestimmt werden. Etwaige Knoten können vermessen und nach morphologischen Kriterien als eher gutartig oder bösartig eingestuft werden. 

Bei sehr großen Strumen, wo der Verdacht einer Ausdehnung unterhalb des Brustbeines besteht, muss neben dem Ultraschall noch ein MRT durchgeführt werden. Durch diese Ausdehnungsbestimmung kann eine sehr gute Planung der Operation erfolgen!

Szintigraphische Untersuchungen

Zur Untersuchung der Hormon Produktion und deren Verteilung in der Schilddrüse wird eine Szintigraphie durchführt. In der gesunden Schilddrüse ist die Verteilung des Hormosn gleichmässig, hingegen kann durch Knotenbildung eine Funktionsstörung in der Schilddrüse vorliegen. Manche Knoten zeigen eine deutliche Überfunktion, die sich im Szintigramm als ein sehr intensives/helles Signal darstellt. Daher werden diese Knoten auch als ´heiße´Knoten bezeichnet. Andere Knoten hingegen produzieren kein Schilddrüsen Hormon. Im Szintigramm sieht man daher auch eine Aussparung dieses Areals. Daher werden diese Knoten als ´kalte´ Knoten bezeichnet.

Feinnadelaspiration

Mit Hilfe der Feinnadelpunktion können Zellen aus der Schilddrüse oder einzelnen Knoten gewonnen werden. Die Zellen können dann vom Pathologen begutachtet werden. Somit kann man mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit, leider nicht 100%ig, beurteilen, ob es sich um einen gutartigen oder bösartigen Knoten handelt. Bei manchen Patienten kann entweder keine Aussage getroffen werden, weil zu wenige Zellen im Punktat vorhanden waren, oder der Pathologe bezeichnet die Läsion als eine follikuläre Neubildung. Die entgültige Diagnose kann bei diesen Patienten nur durch die Untersuchung des ganzen Knotens bzw. des betroffenen Schilddrüsenlappens getroffen werden und müssen daher immer operiert werden.

Operation

Alle Schilddrüseneingriffe werden in Vollnarkose unter Monitoring des Stimmbandnerven durchgeführt.

Die einseitige Schilddrüsenentfernung wird als Hemithyroidektomie bezeichnet. Dabei wird nur ein Schilddrüsenlappen abgetragen. Hier ist keine Hormonsubstitution erforderlich, da der gesunde Teil der Schilddrüse weiterhin vorhanden ist. Diese Operation wird bei einseitigen Knoten entweder als therapeutische oder bei Knoten unklarer Gutartigkeit als diagnostische Hemithyroidektomie durchgeführt.

Eine vollständige Entfernung der Schilddrüse wird als totale Thyroidektomie bezeichnet. Hier ist eine Hormonsubstitution erforderlich. Dieser Eingriff wird bei vollständig knotig umgebauter Schilddrüse, M. Basedow, Hashimoto Thyroiditis und nachgewiesenem Karzinom durchgeführt. 

Unabhängig vom Ausmaß der Entfernung wird immer unter Aufsuchen, Freilegung und Monitoring des N. laryngeus recurrens ein-, oder beideitig der Schilddrüsenlappen entfernt. Ebenfalls unter Sicht werden alle 4 Nebenschilddrüsen aufgesucht und erhalten.

Bei Patienten mit erwiesenen Schilddrüsenkarzinom werden noch zusätzlich Lymphknotenregionen am Hals ausgeräumt.


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