Schwellungen Hals - Gesicht

Akute Lymphknotenschwellung

Man spricht von einer akuten Lymphknotenentzündung wenn die Entzündung der Hals-Lymphknoten kürzer als 4 Wochen bestehen.

Häufig bleiben die Erreger unerkannt, wie zum Beispiel bei viralen oder bakteriellen Entzündungen. Dieses Erkrankungsbild kommt besonders häufig bei Kindern vor. In selteneren Fällen kann der Erreger nachgewiesen werden. Als Beispiel ist dabei zu nennen die Mononukleose (Epstein-Barr Virus); Tuberkulose (mycobakterium tuberculosis), Toxoplasmose (Toxoplasma gondii), Tularämie (Pasteurella tularensis), Katzenkratzkrankheit (Bartonella henselae und Afipia felis), Diphtherie, HIV-Infektion.

Als Diagnostik wird zu allererst die klinische Unetrsuchung herangezogen. Die Lymphknoten sind zumeist sehr schmerzhaft, teigig geschwollen und vorallem bei Kinern massiv vergrößert. Der Allgeminzustand ist vermindert und Kinder haben auch in den meisten Fällen Fieber. Wichitg dabei ist auch zu erfragen ob man kprzlich eine Reise in die Tropen, Asien oder Orient gemacht hat oder mit Tieren (Katzen, Nagern) in Kontakt war. Labortests für spezifische Antikörper, Ultraschall und ev. Punktion der Lymphknoten komplettieren dann die Diagnostik.

Die Therapie ist natürlich von der Ursache abhängig. Klinisch ist aber sehr wichtig zu erwähnen, dass man schon bei der Erstpräsentation des Patienten mit der Antibiotika Therapie beginnt und diese dann, wenn der Erregernachweis erbracht werden konnte, entsprechend adaptiert. 

Chronische Lymphknotenschwellung spricht man dann wenn die Lymphknotenschwellung länger als 4 Wochen besteht.

Die Ursachen liegen entweder in einer spezifische Lymphknotenentzündung wie oben angeführt, oder in einer Tumormetastasierung. Es muss bei jeder lang andauernden Lymphknotenentzündung eine Metastasierung eines bösartigen Tumors am Hals ausgeschlossen werden.

Klinisch sind diese Lyphknoten vergrößert, derb, fixiert und, zum Unterschied zu den akuten Lymphknotenentzündungen, kaum schmerzhaft. Manche Patienten berichten auch über sogenannte „B-Symptome“ wie Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust. Diese Symptome können ein Hinweis auf ein Lymphom darstellen. Besonders ist bei der HNO Untersuchung auf mögliche Raumforderungen zu achten. Es ist  unbedingt eine Endoskopie mit Hilfe eines flexiblen Endoskops durchzuführen. Darüberhinaus führe ich in der Ordination eine Feinnadelpunktion des Lymphknotens durch. Diese Punktion ist mit einer Blutabnahme vergleichbar. Als Bildgebung sollte ein Hals-Ultraschall, Kopf- und Hals-CT oder -MRT durchgeführt werden. 

Abhängig vom Gewebsbefund wird entweder die Diagnostik ausgeweitet oder eine Therapie eingeleitet.


Definition

Bei Zysten handelt es sich um eine in sich abgeschlossene Höhle im weichen Gewebe. Von einer Fistel spricht man, wenn von einer Zyste ein Gang nach aussen an die Haut führt. Unabhängig von der Lage der Zysten oder Fisteln am Hals, sowohl in der Mitte als auch an der Seite, werden diese Schwellungen zwischen de 5. und 30. Lebensjahr entdeckt. Diagnostisch ist eine genaue Krankengeschichte zu erheben und anschliessend, neben einem Hals-US, auch ein CT durchzuführen. Patienten berichten über Grössenzu-, und abnahmen die auf entzündliche Prozesse hinweisen. Patienten die neben einer Zyste eine Fistel aufweisen berichten über gehäuften und regelmässigen Flüssigkeitsaustritt. Darüberhinaus sind Zysten schmerzlose, teigig, manchmal prall elastische Schwellungen.

Laterale Halszysten und -fisteln

Sind seitlich am Hals lokalisiert und können von der Karotisgabel bis zum oberen Pol der Rachenmandel reichen. 

Mediane Halszysten und -fisteln

Sind in der Mitte, in der Höhe der Schilddrüse lokalisiert. 

Therapie

Die vollstängige und sorgfältige operative Entfernung der Zysten, aber insbesondere der Fisteln ist dringend erforderlich um das Wiederauftreten zu verhindern. Bei Patienten mit einer medianen Halszyste muss auch bis zu einem gewissen Teil auch das Zungebein entfernt werden. Dadurch entstehen keine Funktionseinschränkung beim Schlucken oder Sprechen. 


Definition

Veränderungen am Hals, wie zum Beispiel Schwellungen, können gutartiger aber auch bösartiger Natur sein. Zu den gutartigen Tumoren des Halses zählen Lipome (=Fettzelltumor), Paragangliome und Neurinome (beides Nervenzelltumore). 

Gutartige Tumoren

Gutartigen Tumoren am Hals kommen weit seltener vor als vergleichsweise bösartige Gewächse. Klinisch präsentieren sich gutartige Tumore als verschiebliche, nicht schmerzhafte und teigige Raumforderungen am Hals die seit längerer Zeit bestehen und daher tendenziell ein sehr langsames Wachstum aufweisen.

Bösartige Tumoren

Definition

Zu den bösartigen Tumoren der Kopf- und Halsregion zählen verschiedene Hauttumore und Metastasen von Schleimhaut Karzinomen ausgehend von den Lippen, der Nasenhaupt- und Nebenhöhlen, der Mundhöhle, des Rachens und Kehlkopfes sowie der Speicheldrüsen und der Schilddrüse.

Häufigkeit

Die weltweite, aber auch die österreichischen statistischen Daten zeigten in den letzten Jahren, dass Kopf-Halstumoren an sechster Stelle aller Tumorerkrankungen liegen. Weltweit erkranken jährlich 500.000 Patienten und in Österreich sind es ca 800 bis 1000 Neuerkrankungen jährlich.

Ursache

Alkhohol/Nikotinabusus:

Übermäßiger Konsum von Alkohol und Rauchen sind Hauptverantworlich für das Entstehen von Karzinomen des Kopf-Halsbereiches. In den letzten 10 Jahren haben zahlreiche Studien belegen können, daß das Humane papilloma virus (HPV) ein wichtiger Risikofaktor für die Krebsentstehung, vorallem von Rachenkarzinomen darstellt.

Reflux:

Durch unseren Lebensstil aber auch durch unsere Umwelt hat die Anzahl von Patienten die an der Refluxkrankheit (Magensaft steigt hoch) in den letzten Jahrzehnetn dramatisch zugenommen. Auch hier konnten Studien einen diskreten Zusammenhang zwischen Sodbrennen und der Entstehung von Kehlkopfkrebs aufzeigen. 

Berufsexposition:

Metall-, (Chrom, Nickel), Leders-, und Holzstaub  als Risiko- faktoren für die Entstehung von Karzinomen der Nase und Nasennebenhöhlen, insbesondere des Adenokarzinoms vom „intestinalen Typ“ des Ethmoids seit längerem bekannt. 

Arten von bösartigen Tumoren:

Das sogenannte Plattenepithelkarzinom kommt in mehr als 90% aller Tumorpatienten vor. Seltener sind Tumoren der kleinen und großen Speicheldrüsen, Melanome, Lymphome oder Sarkome.

Folgende Punkte sind wichtig für den behandelnden Arzt zu wissen...

-) wie hoch ist der Zigaretten Konsum (Anzahl der Zigaretten pro Tag)

-) Alkoholeinnahme, Sonnenexposition, familiäre Krebsbelastung

-) Schmerzen im Mundbereich, Schluckstörungen, Mundgeruch, Mundöffnungsstörung

-) Heiserkeit bestehend länger als 3 Wochen

-) Länger bestehende Nasenatmungsbehinderung (besonde einseitig)

-) wiederkehrendes Nasenbluten, übel riechender Nasenausfluss 

-) einseitiger Ohrschmerz, Mittelohrentzündung mehrere Monaten bestehend mit Hörminderung

-) Schwellungen aller Art am Hals länger als 3 Wochen bestehend

Erste Diagnostik in den Ordination:

Die Feinnadelaspirationsbiopsie  (FNAB):

Neben dem ärztlichen Gespräch und der klinischen HNO Untersuchung ist die FNAB ein weitere sehr unkomplizierte, sichere und kaum schmerzhafte Technik. Die FNAB ermöglicht eine Entnahme von Zellen aus einer Raumforderung am Hals. Dabei verwende ich die gleiche dünne Nadel wie bei der gewöhnlichen Blutabnahme. Dieser Vorgang dauert etwa 1 Minute und ist in der Regel nicht schmerzhaft.

Wichtig für alle Patienten ist zu wissen, dass eine Woche vor einer geplanten FNAB keine gerinnungshemmenden Medikamente, wie z.B. Thrombo-Ass, eingenommen werden dürfen.

Abhängig vom Befund wird eine weitere Diagnostik mit Hilfe von Ultraschall, CT/MR oder Endoskopie in Kurznarkose durchgeführt.

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